Mit dem Alter verlieren viele Menschen auch ihre Haare. In den wenigsten Fällen handelt es sich um eine angeborene Haarlosigkeit, die aufgrund von Stoffwechseldefekten auftritt. Vorwiegend sprechen Mediziner von einem anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) oder einem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata). Es gibt jedoch auch den diffusen Haarausfall; hier sind mehrere Gründe möglich, warum es zu einem Haarverlust gekommen ist. Wichtig ist, dass im Vorfeld eine Diagnose gestellt wird, bevor etwaige Behandlungen durchgeführt werden. Werden nämlich nur die Symptome bekämpft, kommt es in der Regel zu keinen nachhaltigen Verbesserungen; nur dann, wenn auch die Ursache behandelt wird, dürfen sich die Betroffenen wieder über eine neuaufkommende Haarpracht freuen.

Die androgenetische Alopezie

Die androgenetische Alopezie wird – wie lange Zeit vermutet – nicht durch hormonelle Störungen ausgelöst; vielmehr handelt es sich um ein Hormon (Dihydrotestosteron), das für den Haarausfall verantwortlich ist. Das Hormon wird von Frauen und Männern gebildet und stellt in vielen Fällen den Grund dar, warum es zu Haarausfall kommt. Minoxidil, ein Wirkstoff, der zu Beginn gegen Bluthochdruck verwendet wurde, sorgt für eine Verbesserung der Situation. Minoxidil ist eine flüssige Lösung, welche direkt auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Die ersten Ergebnisse sind nach spätestens sechs Monaten zu erkennen. Der Wirkstoff kann rezeptfrei erworben werden, wobei es ratsam ist, im Vorfeld mit einem Arzt Rücksprache zu halten. Eine weitere Möglichkeit stellt Finasterid dar. Das Medikament, das auch – jedoch nur in höheren Dosierungen – gegen Prostatavergrößerungen zum Einsatz kommt, hilft auch gegen die androgenetische Alopezie. Zu beachten ist, dass jener Wirkstoff nur von Männern verwendet werden darf. Der Wirkstoff verlangsamt den Haarverlust und sorgt dafür, dass die neuen Haare stärker und dichter nachwachsen.

Der kreisrunde Haarausfall

Diagnostiziert der Mediziner den kreisrunden Haarausfall, so handelt es sich um eine Fehlreaktion des Immunsystems. Die Gründe, warum es zu dieser Autoimmunkrankheit kommt, sind bislang nicht bekannt. Der Körper kämpft gegen die körpereigenen Haare und sorgt für ständige Entzündungen, sodass die Haare ausfallen und nicht mehr richtig nachwachsen können. Da der kreisrunde Haarausfall jedoch auch in Familien gehäuft vorkommt, können Ärzte keine erbliche Veranlagung ausschließen.

Die Erkrankung kann sich nach wenigen Monaten bessern – in diesem Fall ist keine Therapie erforderlich. Mitunter besteht jedoch die Möglichkeit, dass der Mediziner Kortison verschreibt, welches auf die kahlen Stellen aufgetragen wird. Kortison bremst die Entzündungsreaktion und sorgt dafür, dass der Haarausfall gestoppt wird. Endet die Therapie, kommt es zu einem neuerlichen Haarverlust. Eine weitere Möglichkeit stellt Diphenylcyclopropenon – ein Kontaktallergen – dar. Das Immunsystem wird neuerlich angeregt und abgelenkt, sodass es zu einem Stopp des Haarausfalls kommt.

Der diffuse Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall sind mehrere Ursachen möglich:

  • Über- oder Unterfunktion der Schilddrüsen
  • Eisenmangel
  • Nährstoffmangel
  • Medikamente
  • Vergiftung
  • Strahlen- oder Chemotherapie
  • Schwangerschaft
  • Infektionen
  • Pflegefehler
  • psychische Belastung

Wichtig ist, dass zuerst die Diagnose gestellt und erst in weiterer Folge eine Behandlung durchgeführt wird. Zu beachten ist, dass nicht jeder Haarausfall therapiert werden kann; es gibt auch nicht für jeden Haarausfall ein und dieselben therapeutischen Ansätze.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Haartransplantation dar

Eine Möglichkeit stellt unter anderem auch die Haartransplantation dar. Hier entnimmt der spezialisierte Hautarzt einen Hautstreifen samt den Haaren, wobei die Entnahme vom Hinterkopf erfolgt. Für die Behandlung wird eine örtliche Betäubung verabreicht. Die Haarwurzeln werden in weiterer Folge aus dem Haarstreifen entfernt und in die kahle Kopfhaut eingearbeitet. Die Behandlung erfolgt ambulant und ist – in sehr vielen Fällen – die letzte Möglichkeit, damit die Haarlosigkeit beendet werden kann. Zu beachten ist, dass es unterschiedliche Techniken gibt, die am Ende zum gewünschten Erfolg führen. Der Patient sollte sich daher im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt zusammensetzen und die verschiedenen Möglichkeiten besprechen. Der Vorteil ist, dass der Eingriff relativ unkompliziert und frei von Nebenwirkungen ist, sodass sich immer mehr Betroffene für derartige Behandlungen entscheiden.