Eine Gynäkomastie ist das gutartige Wachstum der Brustdrüse des Mannes. Diese kann beidseitig oder nur auf einer Seite auftreten. Ähnlich wie bei der weiblichen Brust durchläuft auch das männliche Drüsengewebe verschiedene Stadien. Man unterscheidet hierbei verschiedene Formen der Gynäkomastie, je nachdem welche Ursache der Auslöser dafür ist.

Ein kleiner Hinweis am Rande – bei Männern mit Gynäkomastie im Alter zwischen 20 und 40 Jahren muss der Arzt immer auch eine Untersuchung der Hoden vornehmen. Bei einer Gynäkomastie kann eine Geschwulsterkrankung der Hoden nicht einfach ausgeschlossen werden.

Die natürliche (physiologische) Gynäkomastie

Diese entsteht durch ein verändertes Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen. Dabei nehmen gerade die weiblichen Geschlechtshormone zu, während die männlichen in gleicher Form weiterproduziert werden. Die Reaktion des Brustdrüsengewebes ist hierbei die entscheidende Komponente. Es reagiert sehr sensibel auf solche Veränderungen und beginnt zu schmerzen.

Die krankhafte (pathologische) Gynäkomastie

Brustwachstum beim Mann kann auch krankheitsbedingt ausgelöst werden, in dem das Hormongleichgewicht gestört wird. Die krankheitsbedingte Gynäkomastie kann durch erbliche Faktoren, chronische Erkrankungen, Krebserkrankungen oder durch Medikamente und Drogen ausgelöst werden. Das Ergebnis ist immer das gleiche, nur der Auslöser kann individuell bestimmt werden. Gerade die Einnahme von Medikamenten und Drogen kann zu einer Veränderung des Hormonhaushaltes führen. Auch Antidepressiva, langjähriger Alkoholkonsum und sogar Haut- und Haarpflegeprodukten können diesen Effekt verstärken.

Frauen können unter schmerzenden Brüsten leiden, besonders in der Zeit vor der nächsten Monatsblutung. Die Untersuchung beim Arzt zielt zunächst darauf ab, ein konkretes Bild der Beschwerden zu zeichnen. Dabei ist entscheidend, wie oft, wo und wann diese Schmerzen auftreten. Der Monatszyklus spielt hier eine große Rolle, da vor einer kommenden Monatsblutung und gerade durch den  Einsatz der Anti-Baby-Pille hormonelle Schwankungen auftreten können.

Behandlungsmethoden bei schmerzenden Brüsten und Gynäkomastie

Die Behandlungsmethode richtet sich in erster Linie nach der Ursache der Erkrankung. In den meisten Fällen handelt es sich um ein vorübergehendes Problem, welches Alters- oder Krankheitsbedingt auftritt. Generell geht es in den meisten Behandlungsmethoden primär darum, den Hormonhaushalt zu regulieren und zu korrigieren. Die einfachste Variante ist eine Ernährungsumstellung auf gesündere, fettfreie, zuckerfreie und vitaminreiche Nahrung. Bei Männern bietet sich auch die Zugabe von Testosteron oder Östrogenblockern an.

Hormontherapien sind allerdings auch umstritten, da die Dosis sorgfältig angepasst werden muss und Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme auftreten können.

Zeigen natürliche Behandlungsmethoden langfristig keine Wirkung, kann das überschüssige Gewebe auch operativ entfernt werden. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Eingriff die Gynäkomastie nicht verschwinden lässt oder gar heilt. Lediglich das überschüssige Gewebe wird entfernt, es kann dann im weiteren Krankheitsverlauf wieder nachwachsen.

Mögliche Risiken bei einer Behandlung von schmerzenden Brüsten und Gynäkomastie

Im Rahmen des operativen Eingriffs sollte zunächst über alle möglichen Risiken gesprochen werden. Wie bei jedem stationären aber auch örtlichen Eingriff kann es zu Komplikationen kommen. Die häufigsten im Bereich einer Fehlbildungskorrektur sind eher harmloser Natur – Narbenbildung, Schwellungen und Entzündungen. Je jünger und gesünder die Patientin desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation.

In der Regel dauert die OP eine bis anderthalb Stunden und wird durch einen plastischen Chirurgen durchgeführt. Zunächst wird ein kleiner Schnitt im Hof der Brustwarze gesetzt, durch welchen das Fettgewebe entfernt wird. Wurde das Gewebe entfernt, wird der Schnitt wieder vernäht.