Brustvergrößerung – Alles Wissenswerte zum Thema

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Weltweit finden jährlich über 1,5 Millionen Mammaaugmentationen bzw. Brustvergrößerungen statt. In Deutschland rangiert die Brustvergrößerung im Bereich der plastisch-ästhetischen Eingriffe seit Jahren auf den vorderen Plätzen. Um der Brust die gewünschte Form und Größe zu verleihen, werden in etwa 90 % aller Fälle von Mammaaugmentationen Silikonimplantate verwendet. Zudem lassen sich immer mehr Frauen die Brüste mittels Eigenfett vergrößern. Dabei lassen sich Patientinnen ihre Brüste oft aus kosmetischen Gründen vergrößern – beispielsweise wenn sie ihren Busen als zu klein empfinden.

Zudem kann eine Vergrößerung der Brust medizinisch indiziert sein – so bei unterschiedlichen Erkrankungen. In diesem Artikel finden Sie umfassende Informationen rund um das Thema Mammaaugmentation, den unterschiedlichen Methoden der Brust-OP, den verschiedenen Implantatmöglichkeiten und deren Positionsmöglichkeiten in der Brust. Zudem wird der Ablauf einer Brust-OP, Risiken, postoperative Begleiterscheinungen sowie die Kosten beleuchtet und Empfehlungen zur Arztsuche gegeben.

Häufige Gründe für eine Brustvergrößerung

Die Gründe für eine Mammaaugmentation sind vielfältig. Allen gemein ist die große seelische Belastung, unter der Frauen leiden, welche sich mit ihrer Brust nicht identifizieren können. Sie fühlen sich in ihrem Körper unwohl und versuchen, mithilfe von Push-up BHs ihrer Brust mehr Größe zu verleihen. Sie tun sich schwer, passende Kleidung zu finden oder trauen sich nicht, einen Bikini anzuziehen. Nicht selten leidet auch die Partnerschaft und das Selbstwertgefühl der betroffenen Frauen.

Die Mehrzahl der Frauen, welche sich für Brustvergrößerung entscheidet, empfindet ihren Busen als viel zu klein. Nicht selten sind junge Frauen in dieser Gruppe vertreten. Sie fühlen sich mit ihren kleinen Brüsten unweiblich.

Doch auch eine Brustasymmetrie stellt oft eine Indikation für eine Brustvergrößerung dar. In diesem Fall ist der Größenunterschied zwischen den Brüsten der Patientin sehr deutlich, sodass die eine Brust viel kleiner ausgebildet ist als die andere. Ursachen für Asymmetrie der Brüste stellen Genetik, starke Gewichtsabnahme oder Schwangerschaft dar.

In manchen Fällen muss nach einer Brustamputation, nach Brustkrebs oder anderen Brusterkrankungen der Busen der Patientin neu modelliert werden.

Für wen eignet sich eine Brustvergrößerung und wann ist sie nicht zu empfehlen?

Eine Brustvergrößerung eignet sich für Frauen ab dem 18. Lebensjahr, welche aufgrund ihres Busens große Unzufriedenheit verspüren und sich dadurch im Alltag eingeschränkt fühlen. Für Frauen, welche aufgrund von Brusterkrankungen ihre Brust verloren haben oder eine Fehlbildung der Brust haben, ist die Mammaaugmentation medizinisch notwendig.

Nicht zu empfehlen ist die Brustvergrößerung wenn:

– das Alter der Patientin unter 18 Jahren liegt.

– ein Kinderwunsch besteht. Eine Vergrößerung kann erst 6 Monate nach Geburt in Erwägung gezogen werden.

– die Anatomie der Brust keine Vergrößerung erlaubt.

– der körperliche und/oder psychische Zustand der Patientin eine Brust-OP nicht erlauben.

– Autoimmunkrankheiten bestehen.

– ein Diabetes bekannt ist.

– Allergien gegenüber dem Implantatmaterial bestehen.

– Blutgerinnungsstörungen bestehen.

Welche Methoden zur Brustvergrößerung gibt es?

Um eine Vergrößerung der Brust zu erreichen, bieten sich diese 3 Methoden an:

– eine Brustvergrößerung mittels Silikonimplantaten

– eine Brustvergrößerung mittels Eigenfett

Hybrid-Brustvergrößerung

plastischer chirurg zeigt patientin silikonimplantate
Bei einem Beratungsgespräch klärt der Chirurg über die verschiedenen Implantatmethoden auf

Silikonimplantate – unterschiedliche Füllmaterialien und mögliche Platzierungen in der Brust

In den meisten Fällen werden in Deutschland zur Vergrößerung der Brust Silikonimplantate verwendet. Dabei handelt es sich um hochmoderne kohäsive Silikongel-Implantate. Das Gel eines kohäsiven Implantats ist dabei so zähflüssig und hochvernetzt, dass es selbst ohne Implantathülle seine Konsistenz behält und nicht zerfließt. Die Kohäsivität gewährleistet eine hohe Reißfestigkeit des Implantat-Materials und mindert das Risiko eines Auslaufens der Implantatfüllung. Zusätzlichen Ruptur- und Auslaufschutz bietet die aus mehreren Schichten hochwertigen Silikons bestehende Implantathülle.

Füllmaterial von Silikonimplantaten: Silikongel versus Kochsalzlösung

Brustimplantate sind entweder mit einem Silikongel oder mit Kochsalzlösung gefüllt. Die Verwendung des passenden Füllmaterials bedarf einer Absprache zwischen Patientin und Chirurg/-in.

Implantate mit Silikongel-Füllung

Silikongel-Brustimplantate gelten sowohl bei Patientinnen als bei Mediziner/-innen als die am häufigsten bevorzugten Brustimplantate. Sie lassen sich problemlos einsetzen und an die Körperproportionen der Frau anpassen, sind meist formstabil und wirken sowohl in Ruhe als auch in Bewegung sehr natürlich. Zudem sind moderne Implantate bezüglich der Reißfestigkeit des Materials gegenüber Implantaten der 2. Generation viel sicherer.

Im Gegensatz zu kochsalz-gefüllten Implantaten ist für das Einsetzen der Silikongel-Implantaten ein längerer Schnitt notwendig.

Silikongel kann zudem nicht vom Körper abgebaut werden. Obwohl moderne Silikongel-Implantate aufgrund der sogenannten köhasiven Silikonfüllung extrem widerstandsfähig sind, könnten sie zum Beispiel durch spitze Gegenstände beschädigt werden. Das ins Brustgewebe austretende Gel sammelt sich dort an. Das kann mit der Zeit gesundheitliche Probleme verursachen und bedarf einer unverzüglichen Sanierungs-Operation.

Vorteile von Silikongel-Implantaten

– große Auswahlmöglichkeiten und gute Anpassung

– natürlich wirkendes Dekolleté

– formstabil

– reißen selten

Nachteile von Silikongel-Implantaten

– Silikongel gilt als Fremdstoff und kann nicht vom Körper abgebaut werden.

– Neue OP notwendig, falls das Gel ins Brustgewebe gelangt.

Implantate mit Kochsalzlösung

Brustimplantate, welche eine Kochsalzlösung als Füllung bieten, werden heutzutage nur noch selten verwendet. Während der Brust-OP werden sie leer eingesetzt und erst danach mit der Kochsalzlösung befüllt. Diese Tatsache ist vor allem im Hinblick auf die Narbengröße vorteilhaft: Diese fällt im Gegensatz zu einer Narbe, die beim Einsatz von Silikongel-Implantaten entsteht, viel kleiner aus.

Zudem gelten die mit Kochsalz gefüllte Brustimplantate als ungefährlicher als Silikongel-Implantate. Sollte das Implantat Schaden nehmen und reißen, würde die physiologische Kochsalzlösung im Gegensatz zum chemischen Silikongel problemlos vom Körper absorbiert werden.

Ein nicht zu unterschätzender Nachteil ist, dass die Implantate mit Kochsalzlösung sich in der Brust nicht natürlich anfühlen könnten. Sie sind härter als Silikongel-Implantate und fühlen sich wie ein Fremdkörper im weichen Brustgewebe an.

Zudem büßen Kochsalzimplantate mit der Zeit an Volumen ein und können die Brust unförmig erscheinen lassen. Weiter können diese Implantate Falten bilden und von außen sichtbar und tastbar werden, vor allem dann, wenn sie subglandulär – also über dem Brustmuskel – positioniert wurden. Dieses Phänomen wird als Rippling bezeichnet.

Kochsalz-gefüllte Implantate reißen häufiger als Silikongel-Implantate und lösen viel häufiger eine Kapselfibrose aus.

Vorteile von Kochsalz-Brustimplantaten

– ungefährliche Implantatfüllung

– kleine Narbenbildung

Nachteile von Kochsalz-Brustimplantaten

– unnatürlich aussehende Brüste

– Verlust an Volumen

– Faltenbildung (Rippling)

– reißen häufiger als Silikongel-Implantate

Lagen des Silikon-Implantats in der Brust

Welche Position des Implantats in der Brust für Sie die richtige ist, entscheiden Sie in enger Absprache mit der Operateurin bzw. dem Operateur. Bei einer Vergrößerung der Brust unter der Verwendung von Silikonimplantaten wird zwischen einer subglandulären und einer submuskulären Position der Implantate unterschieden. Im Falle der subglandulären Implantatlage wird das Implantat über dem Brustmuskel platziert, während bei einer submuskulären Position das Implantat unter dem Brustmuskel eingebracht wird.

Die erste Variante – die subglanduläre Implantat-Position in der Brust – ist mit weniger Schmerzen und einer kürzeren Heilungs- und Wiederherstellungsphase verbunden. Sie zaubert eine natürlich wirkende Brust und ein formschönes Dekolleté. Jedoch ist sie bei sehr schlanken Patientinnen eher ungünstig, weil die Ränder der Implantate unter der Haut sichtbar sind.

Die Positionierung des Implantats unter dem Brustmuskel (submuskulär) punktet zum einen mit einem hohen Implantatschutz, da dieser unter dem Brustmuskel in einer Art Tasche liegt. Ein mögliches Verrutschen der Implantatkissen sowie eine Implantatruptur sind in diesem Fall selten. Zum anderen sind die Ränder des Implantats unsichtbar, da sie vom Brustmuskel gut verdeckt werden. Außerdem ist das Risiko einer Kapselfibrose relativ gering.

Vom Nachteil sind die mit der Lage der Implantate verbundenen stärkeren Schmerzen. Zudem bewegt sich das Implantat beim Anspannen des großen Brustmuskels.

Welche Implantatmöglichkeiten gibt es?

Eine Mammaaugmentation kann entweder mit runden oder anatomischen (tropfenförmigen) Implantaten erreicht werden.

Wünschen Sie sich eine jugendlich-pralle Brust, werden runde Implantate verwendet. Diese betonen eher den oberen Brustpol. Für eine „natürlichere“ Brustform werden anatomischen Implantate verwendet, welche den unteren Brustpol hervorheben.

Manche Frauen haben einen von Natur aus schwach ausgebildeten unteren Brustpol. In diesem Fall werden tropfenförmige (anatomische) Implantate empfohlen.

Brustvergrößerung unter der Verwendung von Fettzellen

Für die Brustvergrößerung durch Eigenfett (Lipofilling) wird Ihnen Fett aus einer dafür geeigneten Körperregion wie Oberschenkel, Po oder Bauch entnommen. Dafür werden kleine Schnitte gesetzt und zuerst eine blutstillende und fettauflockernde Lösung ins Gewebe eingebracht. Danach wird das Fett abgesaugt, von Blut und anderen unnötigen Bestandteilen gereinigt und nach Aufbereitung zurück in die Brust injiziert. Dafür nutzt der/die Chirurg/-in eine stumpfe Kanüle. Von dieser Methode profitieren in erster Linie Frauen, welche mit überschüssigen Fettpolstern an Problemzonen zu kämpfen haben.

Brustvergrößerung mit Eigenfett versus Implantat – Unterschiede und Vergleich

Bei einer Vergrößerung der Brust mittels Implantate muss zunächst ein Schnitt in der Brust gesetzt werden. Folgende drei Bereiche der Brust sind dafür geeignet: in der Achsel (transaxillär), um die Brustwarze (periareolär) und in der Unterbrustfalte (inframammär).

Der Schnitt in der Unterbrustfalte wird den beiden anderen Schnitten häufig vorgezogen. Nach Abschluss der Heilungsphase nach der Brustvergrößerung-OP ist dieser kaum sichtbar, da er zuverlässig von der Brust verdeckt wird. Zudem ist die Brust dank dieser Technik später von einem Naturbusen kaum zu unterscheiden.

Eine Behandlung des Busens mithilfe von Fettzellen bedarf keines Schnittes.

Implantat oder Eigenfett: welche ist die bessere Variante zur Brustvergrößerung?

Eine Vergrößerung der Brust mittels Eigenfett weist gegenüber dem Einsetzen von Implantaten zahlreiche Vorteile und nur geringe Nachteile auf.

Brustvergrößerung mit Eigenfett – Vorteile

– Eigenfettbehandlungen der Brust gelten als sehr sichere Methode.

– Fettzellen gehören zum körpereigenen Material. Dadurch besteht keine Gefahr einer Kapselfibrose.

– Da die Fettzellen lediglich durch kleine Kanüle injiziert werden, verzichtet diese Methode auf Schnitte. Es entstehen praktisch keine bleibenden Narben.

– Die Brust sieht und fühlt sich natürlich und weich an.

– Kann für noch bessere Ergebnisse mit Implantaten kombiniert werden. (Hybrid-Brustvergrößerung)

– Ideal geeignet, um Asymmetrien und Deformitäten der Brust zu beseitigen.

Stillfähigkeit wird nicht beeinträchtigt.

– Es gibt keine Sensibilitätsstörungen der Haut oder der Brust.

Mammographie uneingeschränkt möglich.

Brustvergrößerung mit Eigenfett – Nachteile

– Größenzunahme der Brust lediglich um maximal ein Körbchen.

– meistens eine weitere Behandlung notwendig, weil etwa 30 % des Fettes sich auflösen.

Hybrid-Brustvergrößerung

Die sogenannte Hybrid-Brustvergrößerung stellt eine weitere Möglichkeit zur Brustvergrößerung dar. Besonders geeignet ist diese Form der Mammaaugmentation für Frauen, deren Brustgewebe stark ausgeleiert oder kaum vorhanden ist. Bei dieser Methode werden Silikonimplantate mit Fetteinspritzung kombiniert. Dabei sorgt das Implantat für Volumen, während das Eigenfett als Aufpolsterung des Gewebes, welches um das eingesetzte Implantat liegt, dient. Auf diese Weise kann ein besonders natürliches Ergebnis einer Brustvergrößerung erreicht werden.

Was passiert vor der Brust-OP?

Im Vorfeld zu einer Mammaaugmentation findet ein Beratungsgespräch statt. Im Vordergrund stehen Ihre Vorstellungen und Wünsche. Der/die Operateur/-in erarbeitet mit Ihnen gemeinsam einen Fahrplan für die Brust-OP, erläutert den Behandlungsablauf, stellt wichtige Fragen und klärt über mögliche Risiken auf.

Im Anschluss an das Beratungsgespräch folgt die Untersuchung und Feststellung, ob Ihre Wunschvorstellung umsetzbar ist. Ihre Brust wird daraufhin mithilfe verschiedener Techniken, wie zum Beispiel einem 3D-Scan vermessen. Dadurch erhalten Sie einen besseren Eindruck in das mögliche Endergebnis der OP. Ob die ausgewählte Praxis über ein solches Gerät verfügt, kann im Vorfeld erfragt werden.

Am Ende des Beratungstermins werden Ihnen wichtige Unterlagen ausgehändigt, in denen ein Kostenvoranschlag, Informationen über Implantate, ein Aufklärungsbogen und mögliche OP-Termine enthalten sind. Auch offene Fragen können in diesem Zusammenhang geklärt werden.

Vor der eigentlichen Brustvergrößerungs-Operation findet noch ein Vorgespräch statt. Themen sind Ablauf der Brustvergrößerung am OP-Tag, Einzelheiten zu den ausgewählten Implantaten und die Auswahl eines Kompressions-BHs. Zudem wird bei Ihnen eventuell eine Blutprobe genommen – falls das nicht schon im Vorfeld bei Ihrem Hausarzt geschehen ist.

Wie läuft eine Brustvergrößerung ab?

Die Mammaaugmentation wird unter Vollnarkose oder im Dämmerschlaf durchgeführt, deshalb dürfen Sie 6 Stunden vor der Operation nichts mehr essen. Zwei Stunden vor dem Beginn der OP dürfen Sie klare Getränke wie Wasser oder Tee konsumieren.

Die Operation erstreckt sich über 1 bis 2 Stunden – je nach Aufwand. Vor der OP werden noch wichtige Markierungen an Ihrer Brust vorgenommen. Je nachdem, für welchen Weg Sie sich entscheiden, werden Ihnen entweder Silikonimplantate mit Silikongel oder Kochsalzlösung eingesetzt oder Eigenfett in das Brustgewebe gespritzt.

brust-op wird mit silikonimplantat durchgeführt
Nach dem minimalen Einschnitt folgt das Implantat

Durch einen etwa 3 cm langen Schnitt werden Ihnen die Implantatkissen entweder über der Achselhöhle, dem Brustwarzenhof oder der Brustumschlagfalte eingesetzt und entweder über oder unter dem Brustmuskel platziert.

Eine Eigenfettbehandlung der Brust verlangt nur kleine Schnitte. Im ersten Schritt werden Ihnen Fettzellen entweder an Oberschenkeln oder Bauch entnommen, gereinigt und aufbereitet. Im nächsten Schritt erfolgt die Injektion des Eigenfetts über eine stumpfe Kanüle in die Brust.

Was gibt es nach der Behandlung zu beachten?

Körperliche Anstrengungen sollten nach der Brust-OP für 6 Wochen gemieden werden. Für einen Zeitraum von 3 bis 4 Tagen nach der Operation sollten Sie nicht duschen, sondern den Brustbereich sanft waschen. Generell sollte der Bereich um die Narbe sauber und trocken gehalten werden. Sie sollten auf Alkohol und Nikotin verzichten und eine direkte Sonneneinstrahlung im Brustbereich vermeiden.

Nach der Operation wird Ihnen ein Brustgürtel angelegt, welcher wichtig für den richtigen Sitz der Implantate ist. Der Brustgürtel sollte 6 Wochen getragen werden. Unterstützend wird ein Kompression-BH empfohlen. Zudem müssten Sie mehrere Termine zur Kontrolle wahrnehmen. So kann die Ärztin oder der Arzt den Sitz der Implantate und den Heilungsprozess der Narben verfolgen. Die erste Kontrolluntersuchung findet meistens nach 3 Tagen statt. Weitere Kontrollen folgen in immer größer werdenden Abständen.

Darf ich nach der Brustoperation Sport machen?

Nach der Brustvergrößerung sollten für einen Zeitraum von 6 Wochen alle anstrengenden Tätigkeiten, so auch Sport, gemieden werden. Nach Ablauf dieser Zeit können Sie wieder Sport treiben. Eine Ausnahme stellen Sportarten dar, welche die Brustmuskulatur zu sehr beanspruchen. Dazu gehört Joggen, Krafttraining oder Schwimmen. Darauf sollten Sie für 3 Monate gänzlich verzichten.

Welche Risiken birgt eine Brustvergrößerungsoperation?

Wie jeder operative Eingriff in den Körper bringt auch eine Brustvergrößerungs-Operation Risiken mit sich. Dabei ist das Auftreten der postoperativen Risiken nach einem Eingriff, bei dem das Brustgewebe aufgeschnitten wurde, am größten.

Postoperative Begleiterscheinungen und ästhetische Misserfolge

Die am häufigsten und schnellsten sichtbare Begleiterscheinung stellen Nachblutungen und Hämatome im operierten Bereich sowie Wundheilstörungen der Narbe dar. Des Weiteren kann sich die Haut nach dem Einsetzen von großen Implantaten dehnen und zur Streifenbildung führen, welche unästhetisch wirken könnte. Häufig tritt diese Begleiterscheinung dann zutage, wenn die Haut bereits im Vorfeld ausgeleiert war oder eine sehr kleine Brust stark vergrößert wurde.

Da es sich bei Implantaten um Fremdkörper handelt, wird der Körper sie durch Bildung an Bindegewebe umschließen. Normalerweise ist dieses Gewebe dünn und elastisch. Doch in einigen Fällen kann es verdicken und verhärten, sodass eine sogenannte Kapselfibrose droht. Sobald die Kapsel zu schrumpfen beginnt, treten unangenehme Schmerzen und Empfindungsstörungen auf. Zudem kann die Kapselfibrose ein Verschieben der Implantate nach sich ziehen und die Brust unschön verformen. Mit etwa 5 bis 10 % ist diese Begleiterscheinung jedoch verhältnismäßig selten. Grund dafür sind neuartige Implantate, welche eine raue Oberfläche aufweisen und der Kapselfibrose vorbeugen.

Schäden und Aufreißen von Implantaten

Obwohl das Risiko des Aufplatzens bei den Implantaten der neusten Generation sehr gering ist, könnte das Implantat durch große Krafteinwirkung wie Quetschung oder durch scharfe Gegenstände verletzt werden.

In diesem Zusammenhang sorgten in der Vergangenheit vor allem Implantate der 2. Generation für Aufsehen und negative Schlagzeilen. Sie rissen unverhältnismäßig oft auf und verursachten bei den Frauen gesundheitliche Probleme. Diese äußerten sich in Schlafstörungen, Schmerzen und Konzentrationsschwäche und reichten bis zu Depressionen und neurologischen Problemen. Zusammengefasst wurden die Symptome unter dem Begriff Silikokrankheit oder Breast Implant Illness (BII). Jedoch konnte nie abschließend bewiesen werden, dass dieses Krankheitsbild im Zusammenhang zum ins Brustgewebe ausgetretenen Silikongel in Verbindung steht.

Wird ein Kochsalzimplantat während oder nach dem Eingriff beschädigt, verändert sich die Größe und die Form der Brust merklich. Dadurch kann eine Kapselfibrose ausgelöst werden. Um dieser vorzubeugen, ist eine erneute OP notwendig.

Treten Schmerzen nach der Brustvergrößerung auf?

Schmerzen sowie Schwellungen und Hämatome gehören nach Eingriffen, bei denen die Haut aufgeschnitten wurde, zur Normalität. Dabei variieren die Schmerzempfindungen von Patientin zu Patientin und könnten deshalb auch als subjektiv stärker oder schwächer empfunden werden. Zudem beeinflusst auch die Schnitt-Technik sowie die Größe der Narbe die Schmerzintensität. Häufig werden die postoperativen Schmerzen als starker Druck wahrgenommen. Zudem könnten Sie ein Spannungsgefühl in der Brust verspüren. Dieses kann von einem schwachen Kribbeln bis zum Gefühl eines sehr intensiven Muskelkaters reichen.

Des Weiteren treten bewegungsabhängige Schmerzen auf, so zum Beispiel beim Anheben der Arme. Ein Stütz-BH kann das Schmerzempfinden minimieren. Dieser schützt Sie auch vor Rückenschmerzen, welche im Zusammenhang mit der Vergrößerung der Brüste stehen. Die Rückenmuskulatur muss sich zuerst an die neuen Gewichtsverhältnisse gewöhnen. Bereits nach 1 bis 2 Wochen sollte eine Reduktion der Schmerzen zu beobachten sein.

Denken Sie daran: Nach einer Brust-OP werden Sie Ruhe und Zeit brauchen, um zu regenerieren. Vor allem bei Schmerzen und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen ist eine konsequente Schonung angebracht, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Nach ein paar Wochen werden Sie ein Nachlassen der Schmerzen und gesteigerte Fitness bemerken und können Ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Sollten nach dieser Zeit jedoch weiterhin starke Schmerzen oder Erschöpfung bestehen, kontaktieren Sie in jedem Fall Ihre Chirurgin bzw. Ihren Chirurgen.

Können sich durch die Brustvergrößerung Narben bilden?

Jeder Operations-Eingriff am Körper hinterlässt Spuren in Form von Narben – so auch die Brustvergrößerung. Die Größe und die Heilungsdauer der Narbe variiert je nachdem, wo der Schnitt gemacht wurde und ob zusätzlich eine Bruststraffung vorgenommen wurde. Nach etwa einem Jahr ist die Heilungsphase der Brustnarbe abgeschlossen. Während dieses Zeitraums kann die Narbe geschwollen aussehen und sich lila-rötlich verfärben. Dieser Heilvorgang stellt die Norm dar und ist kein Grund zur Sorge. Ist die Narbe abgeheilt, zeigt sie sich als ein kaum vom umliegenden Hautgewebe unterscheidende feine weiße Linie.

Um die Heilungsdauer der Narbe positiv zu beeinflussen, können Sie diese mit speziellen Cremes oder Salben zur Narben-Pflege unterstützen. Die verstärkte Durchblutung begünstigt eine schnellere Abheilung und eine glattere Narbe.

Diese Begleiterscheinungen können nach einer Brust-OP auftreten

Am häufigsten treten Komplikationen kurze Zeit nach dem Eingriff auf. Folgende Begleiterscheinungen können auftreten:

– Nachblutungen

– Wundheilstörungen

– Schmerzen

– Schwellungen

– Hämatome (Blutergüsse)

– Dehnungsstreifen oder Dehnung des Brustwarzenhofs

– Narbenbildung

– Verschiebung der Implantate

– Kapselfibrose

– Implantatriss

Kann man mit Brustimplantaten stillen?

Generell wird die Stillfähigkeit nach einer Mammaaugmentation nicht beeinträchtigt. Für das Kind ergibt sich durch Silikonimplantate keine Gesundheitsgefahr. Selten kann es zu Sensibilitätsstörungen der Brust oder der Brustwarze kommen, vor allem, wenn um den Warzenvorhof operiert wurde. Des Weiteren könnten durch die Behandlung entstandene Narben beim Stillen für leichte Schmerzen und Missempfindungen sorgen. Dadurch kann der Prozess des Stillens etwas erschwert sein. In Einzelfällen treten infolge der Operation kleine Entzündungen auf. Dadurch können die Milchgänge verkleben, was das Stillen unmöglich macht. Diese Nebenwirkung kommt jedoch nur sehr selten vor.

anatomie der weiblichen brust mit implantat
Da das Implantat am oder unter dem Muskelgewebe angebracht wird, entstehen so gut wie gar keine Beeinträchtigungen der Stillfähigkeit

Ab wann ist das Ergebnis sichtbar?

Wie schnell ein endgültiges Ergebnis der Brustvergrößerung sichtbar wird, ist an die Tatsache gekoppelt, ob Implantate oder Eigenfett verwendet wurden.

Vergrößerung mit Implantaten – Wann ist mit dem Endergebnis zu rechnen?

Kurz nach der Brust-OP mit Implantaten ist der Bereich des Busens schmerzhaft-geschwollen und fühlt sich hart an. Diese Erscheinungen sind absolut normal und sollten Sie nicht beunruhigen. Die Schmerzen halten je nach Schnittgröße und ob eine zusätzliche Bruststraffung vorgenommen wurde oder nicht bis zu 2 Wochen. Schwellungen lassen nach 2 bis 3 Monaten merklich nach und die Brust wird wieder weicher. Danach dauert es noch weitere 3 Monate, bis schließlich das endgültige Ergebnis der Brust-OP sichtbar und fühlbar ist. Deshalb ist mit einem Endergebnis der Brust-OP mit Implantaten frühestens nach gut 6 Monaten zu rechnen.

Vergrößerung mit Fettzellen – Das Endergebnis

Wurde die Brust der Patientin mit Eigenfett unterspritzt, müssen die Fettzellen zuerst einwachsen. Auch hier sind zunächst leichte Schmerzen und Schwellungen zu erwarten. Erste Veränderungen der Brust zeigen sich bereits nach 2 Wochen. Der ganze Prozess dauert jedoch zwischen 6 und 12 Monaten. Da die Einwachs-Rate der Fettzellen mit 65 bis 80 % angegeben wird, ist nach dieser Zeit meistens eine Folgebehandlung notwendig.

Müssen Brustimplantate erneuert werden und kann eine Brustvergrößerung überhaupt rückgängig gemacht werden?

In der Regel halten Implantate gut 20 Jahre und länger. Nach dieser Zeit müssten Sie diese deshalb durch neue ersetzen lassen. Treten jedoch Komplikationen auf, muss der Wechsel der Brustimplantate eher erfolgen. Zudem stehen häufig Veränderungswünsche der Patientin im Vordergrund.

Medizinisch indizierter Implantatwechsel oder dauerhafte Implantatentnahme

In den meisten Fällen machen Komplikationen einen Implantatwechsel vor deren Ablaufdatum notwendig. So wird eine Entfernung bei der Kapselfibrose und den damit verbundenen Schmerzen und Verhärtungen des Brustgewebes indiziert. Auch Verschiebung eines oder beider Implantate oder auch „Rippling“ – eine Faltenbildung des Implantates – machen das Einsetzen neuer Implantatkissen nötig. Nicht zuletzt ist eine sofortige Erneuerung der Brustimplantate bei deren Ruptur absolut unerlässlich, um gesundheitlichen Folgen vorzubeugen.

Bei Implantaten der älteren Generationen sollte aufgrund schlechterer Qualität im besten Fall eine Erneuerung bereits nach 10 Jahren erfolgen.

Sehr selten müssen die Implantate dauerhaft entfernt werden und somit die Augmentation der Brust rückgängig gemacht werden. Gründe hierfür sind permanente Entzündungen oder dauerhafte Schmerzen im Brustbereich. Als Ursache kommen eine Unverträglichkeit gegenüber dem Implantat-Material oder eine Neigung zu Kapselfibrose infrage.

Individuelle Gründe für Implantatwechsel oder eine Entnahme der Implantatkissen

Häufig haben Frauen viel früher den Wunsch, ihre Implantate zu wechseln. In diesem Fall sollte eine erneute Beratung zwecks einer Notwendigkeit eines erneuten Eingriffs mit dem/der Arzt/Ärztin erfolgen.

Gründe für den Implantatwechsel sind unter anderem eine Erschlaffung der Brust nach einer Schwangerschaft oder bedingt durch den natürlichen Alterungsprozess. Zudem kann eine starke Gewichtsreduktion ein Grund für eine Erneuerung der Implantatkissen vor Ablauf ihres Haltbarkeitsdatums sein.

Nicht selten haben sich auch die Schönheitsideale der Frau verändert, sodass sie sich wieder eine kleine Brust wünscht. In diesem Fall sollte jedoch bedacht werden, dass nach der Entnahme der Implantate die Brust sehr erschlafft ist. Eine Bruststraffung ist in diesem Fall unumgänglich.

Wie viel kostet eine Brustvergrößerung und werden die Kosten übernommen?

Je nach Art der Mammaaugmentation und Aufwand variieren die Kosten für den Eingriff erheblich. Zudem haben verschiedene Einrichtungen für plastisch-ästhetische Chirurgie unterschiedliche Preise. Wie hoch die tatsächlichen Kosten sind, sollten Sie in einem gemeinsamen Beratungsgespräch mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt erörtern.

Kosten für Brustimplantate

Die Vergrößerung der Brust mit Implantaten kostet aktuell zwischen etwa 4.500 bis 7.000 Euro. Wird eine zusätzliche Straffung der Brust vorgenommen, erhöht sich der Preis auf bis zu 9.000 Euro. Dies sind jedoch nur grobe Richtwerte und können sich von Praxis zu Praxis unterscheiden.

Kosten für Eigenfett-Mammaaugmentation

Die Kosten für eine Vergrößerung der Brust mittels Eigenfett betragen aktuell zwischen 3.500 bis 8.000 Euro.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Damit Ihre Krankenkasse die Kosten für eine Vergrößerung Ihres Busens übernimmt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Sie müssen darauf vorbereitet sein, dass eine Kostenübernahme in vielen Fällen abgelehnt wird. Dazu gehören Vergrößerungen der Brust, die rein auf psychischen Gründen bzw. rein optischen Wünschen der Patientin basieren. Nur medizinisch notwendige Eingriffe werden von der Krankenkasse erstattet.

In diesen Fällen trägt die Krankenkasse die Kosten für eine Mammaaugmentation

– starke Deformation der Brust (angeboren oder durch Krankheiten/Unfälle verursacht)

– angeborene Fehlbildung der Brust

Brust-Rekonstruktion nach Brustkrebs-OP

– Anlagestörungen der Brust (mehr als zwei Brustwarzen oder Unterentwicklung)

– starke Mammaasymmetrie (unterschiedlich große Brüste)

frau mit unterschiedlich großen brüsten
In einigen Fällen, beispielsweise Mammaasymmetrie oder angeborene Störung der Brust, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Brust-OP

Wie finde ich den richtigen Arzt für eine Brustvergrößerung?

Die Mammaaugmentation ist ein Eingriff, welcher von einer qualifizierten und erfahrenen Person durchgeführt werden sollte.

Die ersten und wichtigsten Anlaufstellen für die auf plastisch-ästhetische Chirurgie spezialisierte Personen stellen Fachverbände dar. Zu nennen seien die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC) sowie die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgie (VDÄPC). Auf den Webseiten der beiden Verbände erfahren Sie alle wichtigen Informationen zu Fachärztinnen und Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Bevor Sie einen Termin in einer von Ihnen favorisierten Klinik vereinbaren, empfiehlt es sich zudem deren Homepage zu studieren und Informationen zu sammeln. Achten Sie auf entsprechende Zertifikate. Vergleichen Sie zudem verschiedene Websites verschiedener Chirurgen/Chirurginnen, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Machen Sie bei mehreren Einrichtungen Termine aus, vergleichen Sie sie vor Ort und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Die Chemie zwischen Patientin und Ärztin/Arzt sollte stimmen.