Dr. Christian Conz ist Facharzt für Plastische Chirurgie in Regensburg. Der erfahrende Schönheitschirurg legt besonderen Wert auf ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis. Im Interview schildert er, wie sich digitaler und gesellschaftlicher Wandel aus seiner Sicht auf dieses zentrale Verhältnis auswirken – nicht nur gegenwärtig unter Pandemiebedingungen, sondern auch im langfristigen Trend.

Für ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis ist ein persönliches Beratungsgespräch wichtig

Herr Dr. Conz, das Jahr 2020 war von der Pandemie geprägt. In diesem Jahr setzt sich das Geschehen fort. Haben Sie Auswirkungen auf Ihre Arbeit feststellen können?

Dr. Conz: Ja, in mehrfacher Hinsicht. Natürlich mussten wir für den Schutz unserer Patientinnen und Patienten sorgen. Das betrifft vor allem die Hygiene – hier bewegt sich unser Berufszweig sowieso immer auf dem höchsten Standard. Wir haben unsere Nutzer auf der Webseite informiert, dass ein sicherer Besuch der Praxis weiterhin möglich ist.

In dieser Zeit hat sich erneut gezeigt, wie wichtig der eigene digitale Auftritt ist. Aber auf das persönliche Patientengespräch haben wir auch in dieser Zeit nicht verzichtet. Eine ergebnisorientierte Beratung ist nur so möglich. Das geht mit Abstand und Maske sehr gut, ohne dass sich Arzt oder Patient*in Sorgen machen müssen. Eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung ist für die Plastische Chirurgie absolut entscheidend und lässt sich aus meiner Sicht nicht so leicht auf digitale Chaträume auslagern.

Soziale Medien haben ihr Für und Wider – aus Sicht der Patienten*innen und aus Sicht der Ärzte

Bleiben wir beim Thema „digital“: Sind Sie zufrieden mit der Art und Weise, wie sich die Plastische Chirurgie auf digitalen Plattformen darstellt – und dargestellt wird?

Dr. Conz: Das ist eine weit greifende Frage. Zwei Aspekte möchte ich herausgreifen: erstens die sozialen Medien. Diese sind Wohl und Übel zugleich. Positiv ist, dass sich Patientinnen und Patienten über soziale Plattformen sehr gut austauschen und gegenseitig informieren können, wobei jedoch Fehlinformationen und Unwahrheiten oft verunsichern. Auch deshalb ist ein ausführliches Beratungsgespräch unverzichtbar.

Plastischer Chirurg zeigt Patientin verschiedene Brustimplantate
Beim persönlichen Beratungsgespräch hat Dr. Conz die Möglichkeit auf die Wünsche und Vorstellungen seiner Patientinnen einzugehen. Sein Anspruch ist es, „aus jeder Brust die bestmögliche Brust zu machen“. © depositphotos.com.

Für uns Ärzte können die sozialen Medien eine gute Marketingplattform darstellen. Leider wird diese aber oft auch missbraucht. Soziale Medien leben stark von den bildlichen Darstellungen. Häufig werden Behandlungsergebnisse durch die Patientinnen und Patienten selbst veröffentlicht – vermehrt aber auch durch die Operateure.

Wieso ist die Veröffentlichung von Behandlungsergebnissen kritisch zu sehen?.

Dr. Conz: Es führt häufig dazu, dass Patientinnen oder Patienten mit Beispielfotos zum Beratungsgespräch erscheinen und ihre Wunschbrust demonstrieren. Es ist jedoch nicht immer möglich, diese Vorstellungen so genau umzusetzen. Deshalb müssen bei der Beratung unrealistische Erwartungen thematisiert werden. Das Ziel muss es sein, aus jeder Brust die bestmögliche Brust zu machen.

Die Veröffentlichung von Vorher-Nachher-Fotos durch Operateure selbst ist aus meiner Sicht unprofessionell und mitunter wohl auch datenschutzrechtlich nicht ganz unproblematisch. Zudem kann niemand prüfen, ob die Ergebnisse tatsächlich vom Operateur selbst stammen oder gestohlen oder manipuliert sind. – Unter so etwas leidet potenziell der Ruf unserer Branche. Was mir außerdem nicht gefällt, ist wie manche Foren gezielt dazu genutzt werden, um Kunden beispielsweise für Brust-OPs ins Ausland zu locken.

Schönheits-OP im Ausland: Wie schnell erhalte ich im Fall von Komplikationen Hilfe?

Was ist bei Schönheits-OPs im Ausland aus Ihrer Sicht problematisch?

Dr. Conz: Ich bin sicher, dass es auch im europäischen Ausland gute Plastische Chirurgen gibt, die gute Arbeit leisten. Doch es gibt meist weniger Transparenz: Wie erfahre ich, wer ein guter Operateur ist? Werde ich tatsächlich auch von dieser Person operiert? Was geschieht im Fall von Komplikationen? Habe ich einen Ansprechpartner, ist dieser erreichbar, spricht dieser deutsch?

Sollten Komplikationen auftreten, ist meist eine schnelle Intervention erforderlich. Das ist aber bei einer im Ausland durchgeführten Schönheits-OP allein schon aufgrund der Distanz nicht möglich. Es ist nicht nur eine erneute Reise nötig, sondern es ist dann mitunter auch unklar, wer für die zusätzlichen Kosten der Behandlung von Komplikationen aufkommt. Solchem Stress sollte sich eigentlich niemand aussetzen müssen, der letztlich sein Wohlbefinden mit einem ästhetischen Eingriff steigern möchte.

Ich bin überzeugt, dass es für die Kundinnen und Kunden das Beste ist, wenn sie jemanden in der Nähe haben, zu dem sie Vertrauen aufbauen können. Aus der Distanz – und meist auch mit einer Sprachbarriere – ist das aus meiner Sicht schwieriger.

Ein positives eigenes Körperempfinden erhöht die Lebensqualität

Über digitale Trends haben wir nun gesprochen. Welche gesellschaftlichen Trends betrachten Sie als relevant für die Plastische Chirurgie?

Dr. Conz: In unserer Gesellschaft gibt es zum Glück viele Freiheiten. Dazu gehört die Freiheit, über den eigenen Körper zu bestimmen. Die Erfahrungen, die ein Plastischer Chirurg macht, sind vielschichtig. Ich denke, weder Frauen noch Männer streben ein fixes, allgemein vermitteltes Schönheitsideal an. Vielmehr geht es darum, das Äußere und das Innere in Einklang zu bringen.

Studien* zeigen immer wieder, dass die Selbstzufriedenheit deutlich wächst, wenn der Körper nach einem plastischen Eingriff so aussieht, wie sich die Person selbst empfindet oder empfinden möchte. Gerade was das Gesicht angeht, korrigieren wir häufig Alterserscheinungen, die einen Menschen müde oder sogar wütend wirken lassen, wie hängende Lider oder tiefe Falten.

Bei unseren Brust-OPs in Regensburg gehen oft Wünsche in Erfüllung, verbunden mit einem deutlichen Plus an empfundener Lebensqualität. Wir stellen dazu die höchste Qualität der verwendeten Implantate – solche, die sich bewährt haben – und eine gute Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge im Rahmen eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen Patient*in und Arzt sicher.

*Quellen: