Nur wenige Personen möchten offen über einen Eingriff im Intimbereich sprechen. Zu große Schamlippen, zu kleine Schamlippen, Schmerzen in der Intimregion – sie alle können für betroffene Frauen zur echten Herausforderung werden. Dabei haben nicht wenige Frauen mit eben diesen Herausforderungen zu kämpfen. Viele von ihnen wagen bereits den ersten Schritt und gehen offen mit ihren Problemen in der Intimregion um. Das Selbstbewusstsein und das Wohlfühlen im eigenen Körper haben für viele der Betroffenen oberste Priorität. Doch wann und wieso ist ein Eingriff überhaupt ratsam?

Wir haben mit den Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie Frau Dr. Deichstetter und Herr Dr. Dominik v. Lukowicz gesprochen, um zu erfahren, aus welchen Gründen sich Patientinnen für eine OP im Intimbereich entscheiden und welche Veränderungen das Thema Intimchirurgie in den letzten Jahren erfahren hat.

Der Alltag in der Intimchirurgie

Frau Dr. Deichstetter, Sie sind seit vielen Jahren auf den Bereich der Intimchirurgie spezialisiert. Welche Patientinnen suchen Ihre Unterstützung häufig auf und gibt es eine Tendenz, ab welchem Alter die Eingriffe besonders oft durchgeführt werden?

Viele Patientinnen mit dem Wunsch einer Verkleinerung der inneren Schamlippen sind jung und sportlich sehr aktiv. Der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 25 Jahren. Die zu langen inneren Schamlippen stören beim Joggen, beim Fahrrad fahren, beim Fitness-Training. Jedoch auch der ästhetische Aspekt ist wichtig. Viele Patientinnen befürchten, dass die vergrößerten inneren Schamlippen im Bikini auffallen könnten. 

Hier kann ein operativer Eingriff zur Verkleinerung der inneren  Schamlippen Abhilfe schaffen. In den Händen einer erfahrenen Intimchirurgin/ eines erfahrenen Intimchirurgen ist dieser Eingriff risikoarm durchführbar.

Leider ist die Intimchirurgie noch immer ein Thema, das nicht gerne öffentlich besprochen wird. Worauf achten Sie in Ihrer Praxis, damit sich die Patientinnen wohl fühlen und sich fallen lassen können?

Wir legen bei der ersten Beratung sehr viel Wert auf eine offene Gesprächsführung in Augenhöhe mit den Patientinnen. Dafür nehmen wir uns viel Zeit, so dass alle Fragen und Sorgen geklärt werden können. Beim operativen Eingriff selbst achten wir auf ein beruhigendes Umfeld ohne Hektik. Die Patientinnen schätzen unser routiniertes, eingespieltes Team. Vor und während der OP besteht jederzeit die Möglichkeit Fragen zu stellen. Nach der Operation erhalten die Patientinnen die Telefonnummer des Operateurs, so dass bei Rückfragen schnell und zu jeder Zeit ein Kontakt hergestellt werden kann. Unsere Patientinnen sind somit rundum betreut und fühlen sich dadurch gut aufgehoben.

Viele Frauen stellen sich sicher oft die Frage, ob der Eingriff auch wirklich das gewünschte Ergebnis verspricht. Was sagen Sie Ihren Patientinnen?

Im Beratungsgespräch werden die Patientinnen genau untersucht und die individuelle Anatomie erfasst. Durch Demonstration und dem Betrachten von Vorher-/Nachher-Bildern erhält die Patientin einen guten Eindruck vom möglichen Endergebnis. Nicht alle Wünsche der Patientinnen sind erreichbar. Deshalb ist uns sehr wichtig, schon im ersten Gespräch die operativen Möglichkeiten mit der Erwartung der Patientin abzugleichen. Dafür nehmen wir uns gerne ausreichend Zeit.

Intimchirurgie-Tabu-Thema_-Interview-Klinikerfahrungen

Mit neuen OP-Techniken können wir jedoch viele gewünschte Punkte verbessern. Über 97% unserer Patientinnen sind nach dem Eingriff sehr glücklich über das Ergebnis.

Die Entscheidung für eine OP im Intimbereich kann aus medizinischen Gründen erfolgen, oder wie in vielen Fällen, aus ästhetischen Gründen. Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit Sie Frauen zu einer OP raten?

Aus unserer Sicht ist eine Operation dann indiziert, wenn sich die Frauen unwohl fühlen mit ihrem Intimbereich. Dieses Unwohlsein kann viele Ursachen haben. Funktionell fühlen sich die Frauen oft eingeschränkt durch das Einklemmen zu langer Schamlippen bei dem Tragen enger Kleidung, bei Sport oder Geschlechtsverkehr. Einige Frauen empfinden ihren Intimbereich als nicht ästhetisch und eine psychische Belastung (Scham) besteht. 

Oft ist der Leidensdruck der Patientinnen sehr hoch. Der Impuls für die Operation geht von der Patientin aus und sollte auch ernst genommen werden. In den Händen erfahrenen Intimchirurgin/ eines erfahrenen Intimchirurgen ist eine Schamlippenverkleinerung risikoarm durchführbar. Nach unseren Erfahrungen ist die Lebensqualität der Patientinnen nach dem Eingriff deutlich verbessert. Die Indikation für eine operative Verkleinerung der Schamlippen kann bei entsprechendem Leidensdruck großzügig gestellt werden.

Die verschiedenen Eingriffe in der Intimregion

Die Schamlippenverkleinerung gehört in der Praxis Ästhetik in München unter anderem zu Ihrem Spezialgebiet. Sind die inneren Schamlippen größer als die äußeren, bedeutet dies meist gleichzeitig, dass Frauen mit Schmerzen im Alltag zu kämpfen haben. Wie schätzen Sie die Beweggründe Ihrer Patientinnen ein? Erfolgt der Eingriff hauptsächlich aus medizinischen Gründen, oder kommen auch immer mehr Frauen mit ästhetischen Anliegen zu Ihnen?

Die Mehrzahl der Patientinnen klagen über funktionelle Einschränkungen im Alltag durch vergrößerte innere Schamlippen. Häufige Beschwerden sind Einklemmen und Einreißen der Schamlippen z. B. beim Tragen enger Kleidung oder beim Sport. Gleichzeitig besteht auch der Wunsch, die Ästhetik des Intimbereichs zu verbessern.

Einige Frauen wünschen sich auch ohne funktionelle Einschränkungen eine verbesserte Optik des Intimbereichs. Der Anspruch der Patientinnen an eine Operation ist daher hoch. Bei Behebung der funktionellen Beschwerden wird ein perfektes, ästhetisches Ergebnis erwartet.

Die OP-Techniken haben sich in den letzten Jahren sehr weiter entwickelt. Entscheidend ist die Auswahl der richtigen OP-Technik unter Beachtung der ästhetischen Einheit – innere Schamlippen und Klitorismantel. So entstehen sehr schöne Ergebnisse bei deutlich verbesserter Funktionalität.

Herr Dr. v. Lukowicz, neben der Schamlippenkorrektur, bieten Sie unter anderem auch die Korrektur des Venushügels in Ihrer Praxis Ästhetik in München an. Wie darf man sich einen solchen Eingriff vorstellen? Bleiben sichtbare Narben zurück?

Der Venushügel ist entscheidend für die Optik des gesamten Intimbereichs. Wenn der Venushügel zu voluminös ist, kann eine kleine Fettabsaugung in diesem Bereich helfen. Dafür werden nur kleine Einstiche gemacht, die nach der OP unauffällig abheilen. 

Bei der Erstberatung betrachten wir auch die Patientin im Gesamten. Für ein ästhetisches Gesamtergebnis sollten auch die an den Venushügel angrenzenden Regionen betrachtet werden, wie der Bauch. Ist auch hier zu viel Volumen, sollte der Bereich ebenfalls mit behandelt werden. Bei der Erstberatung nehmen wir uns viel Zeit, mit der Patientin die operativen Möglichkeiten einer Venushügel-Korrektur zu besprechen.

Wie kommt eine Verformung des Venushügels zustande? Ist die Ursache stets genetisch bedingt oder kann sich der Intimbereich auch in bestimmten Lebenslagen verändern?

Ein voluminöser Venushügel kann genetisch bedingt sein. Häufiger ist jedoch die Veränderung durch Gewichtsschwankungen. Auch eine Kaiserschnittnarbe kann den Venushügel ungünstig verändern. Eine kleine Straffung des Schamhügels mit Narbenkorrektur oder eine Fettabsaugung kann hier Abhilfe schaffen.

Venushügel Korrektur Dr. v. Lukowicz

Liposuktion ist ein großer Schwerpunkt in meiner Praxis Ästhetik in München. Durch unsere große Routine können wir den Eingriff komplikationsarm durchführen. Unsere Patientinnen freuen sich sehr über die deutlich verbesserte Lebensqualität.

Sie bieten in Ihrer Praxis auch eine Vaginismus-Therapie mit Botulinum an. Vaginismus beschreibt einen starken Scheidenkrampf. Wieso ist ein Gang zu einer Fachärztin oder einem Facharzt in einem solchen Fall unbedingt ratsam?

Patientinnen, die an Vaginismus leiden, haben oft einen langen Leidensweg hinter sich ohne die genaue Diagnose zu kennen. Um endlich etwas gegen die Erkrankung unternehmen zu können, ist die richtige Diagnose für diese Frauen sehr wichtig. Vaginismus ist ein unwillkürlicher Reflex, der die Ringmuskulatur der Vagina krampfhaft zusammen zieht. 

Die Therapie mit Botulinum entspannt die Vagninalmuskulatur, so dass ein Krampf nicht mehr möglich ist. Nach dem risikoarmen Eingriff sollen bestimmte Übungen durchgeführt werden, um eine Neukonditionierung des Reflexes auf Kopfebene zu erreichen. Die Kopfebene oder psychische Ebene sollte ebenfalls mit behandelt werden. Wir empfehlen, begleitend zum Eingriff mit Botulinum, eine Psychotherapie mit Schwerpunkt Vaginismus.

Durch die Kombination von operativem Eingriff, Psychotherapie und Übungen haben die Patientinnen eine Chance von 90%, die Erkrankung zu überwinden.

Intimchirurgie in der heutigen Zeit

Auf Social-Media-Plattformen sieht man immer häufiger, dass Frauen sich vermehrt dafür stark machen, über sogenannte „Tabu-Themen“ offen zu sprechen. Haben Sie diese Veränderung in den letzten Jahren auch in Ihrer Praxis bemerkt?

Wir beobachten in unserer Sprechstunde, dass die Frauen heute zunehmend besser informiert sind als noch vor einigen Jahren. Für viele Patientinnen ist es jedoch noch immer eine Überwindung, über ihre intimsten Probleme offen zu sprechen. 

In der Erstberatung nehmen wir uns viel Zeit, auf die Patientinnen einzugehen und Tabu-Themen sensibel zu behandeln. Intimchirurgie ist ein großer Schwerpunkt in meiner Praxis Ästhetik in München. Wir gehen mit den Sorgen und Wünschen der Patientinnen professionell um und finden gerne eine Lösung für die verschiedenen Probleme.

Zum Schluss möchten wir nur noch eines von Ihnen wissen: Was würden Sie Frauen raten, die schon seit längerer Zeit oder aktuell mit einem der zuvor genannten Probleme konfrontiert sind?

Uns ist bewußt, dass es für die Frauen ein großer Schritt ist, zur Beratung in die Praxis kommen und über sehr intime Themen zu sprechen. Wir empfehlen jedoch auf jeden Fall, sich in der Praxis beraten zu lassen. 

In der Erstberatung erhalten die Patientinnen eine ärztliche Untersuchung und wertvolle Informationen zu dem jeweiligen Problem. Wir nehmen uns viel Zeit und beantworten alle anfallenden Fragen. Die erforderliche OP-Technik wird genau erklärt, wie auch die möglichen Risiken. Nachdem den Patientinnen alle Fakten bekannt sind, können sie dann zu Hause in Ruhe eine fundierte Entscheidung treffen. Die Erstberatung ist unverbindlich und verpflichtet nicht zu einer OP.

Viele Patientinnen fühlen sich wohler, ihre intimchirurgischen Anliegen mit einer Frau zu besprechen. Frau Dr. Deichstetter ist eine Expertin auf dem Gebiet der Intimchirurgie und bietet eine Beratung von Frau zu Frau an.

Frau Dr. Deichstetter, Herr Dr. v. Lukowicz – wir danken Ihnen für Ihre Zeit und für die Beantwortung unserer Fragen.